Was ist ein Lichtbogen (Arc Flash)?
Ein Lichtbogen kann sowohl in Hoch- als auch in Niederspannungssystemen auftreten. Die dabei freigesetzte Energie kann selbst in Niederspannungssystemen sehr hoch sein, bedingt durch hohe Kurzschlussleistungen und/oder lange Abschaltzeiten.Siehe unseren Lichtbogentest.
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Berechnung der Lichtbogenenergie
Das potenzielle Schadensausmaß eines Lichtbogen-Kurzschlusses wird mit dem Begriff „Incident Energy“ (Ereignisenergie) beschrieben. Diese wird in Kalorien pro Quadratzentimeter (cal/cm²) angegeben.Die Incident Energy ergibt sich aus der Energiemenge, die während der Dauer des Lichtbogens freigesetzt wird, sowie aus dem Abstand zur Lichtbogenquelle.Die Berechnungen basieren auf Spannungsebene, Kurzschlussstrom, Schutz- und Abschalteinstellungen sowie den aktiven Einspeise- und Verbraucheranschlüssen. Üblicherweise wird die Incident Energy in einem definierten Abstand zur Sammelschiene berechnet, an der der Lichtbogen auftritt (amerikanischer Standard IEEE 1584) – in der Regel auf „Armlänge“ (90 cm).Grundsätzlich sollte versucht werden, die Incident Energy zu reduzieren, indem Anlagen abgeschaltet und Schutzmaßnahmen so eingestellt werden, dass die Abschaltzeit möglichst kurz ist. Die Dauer, über die der Lichtbogen brennt, ist entscheidend für die Höhe der Incident Energy.
Incident Energy – Lichtbogen
Incident Energy – Lichtbogen
- PPE 0: ≤ 1,2 cal/cm² (keine Anforderung an lichtbogensichere Kleidung)
- PPE 1: ≤ 4 cal/cm²
- PPE 2: ≤ 8 cal/cm²
- PPE 3: ≤ 25 cal/cm²
- PPE 4: ≤ 40 cal/cm²
- PPE x: > 40 cal/cm² (extreme Gefahr)
Kleidung in Bezug auf den ATPV-Wert
Die Kleidung muss einen ATPV-Wert (Arc Thermal Performance Value) haben, der gleich oder höher ist als der für den Arbeitsplatz geltende Lichtbogenenergiewert.Mehrlagig getestete Lichtbogenschutzkleidung ergibt mindestens einen ATPV-Wert, der der Summe der ATPV-Werte der einzelnen Lagen entspricht. In einigen Fällen kann die Kombination sogar einen höheren ATPV-Wert erreichen als die reine Summe der Einzelwerte.
Rundum-Schutz von Kopf bis Fuß
Beim Schutz vor Lichtbögen muss sichergestellt werden, dass auch die übrige persönliche Schutzausrüstung – Handschuhe, Sicherheitsschuhe, Helm, Gesichtsschutz, Gehörschutz – für das gleiche Schutzniveau zertifiziert ist. Dies ist notwendig und vorgeschrieben, um einen bestmöglichen Schutz des gesamten Körpers zu gewährleisten.
Erforderliche Kleidung zum Schutz vor Lichtbögen
Bei Arbeiten an Schaltschränken mit berechneter Lichtbogenenergie muss folgende Kleidung getragen werden:
- Helm mit lichtbogengeprüftem Gesichtsschutz
- Gehörschutz/Gehörstöpsel (ohne ungeschützte Metallteile)
- Lichtbogengeprüfte Schutzkleidung
- Handschuhe (gegebenenfalls elektrisch isolierende Handschuhe)
- Unterbekleidung aus Wolle oder Baumwolle – synthetische Materialien vermeiden
Elektrische Verletzungen
Elektrische Verletzungen können durch das Durchfließen von elektrischem Strom durch den Körper verursacht werden. Eine der häufigsten Ursachen ist ein kurzer Stromschlag durch Kontakt mit Haushaltsstrom (220 Volt). Solche Stromschläge sind unangenehm, für gesunde Erwachsene jedoch meist nicht gefährlich.
Deutlich schwerere Verletzungen mit gravierenden Folgen sind jedoch möglich.
Elektrischer Strom kann drei Arten von Verletzungen verursachen:
- Oberflächliche Verbrennungen
- Tiefe Verbrennungen
- Störungen des Herzrhythmus – möglicher Herzstillstand
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